PROJEKT:
Außenanlagen Klosterbergschule,
Lindacher Str. 7–11,
73525 Schwäbisch Gmünd

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Die Klosterbergschule in Schwäbisch Gmünd ist ein Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum mit den Förderschwerpunkten geistige, körperliche und motorische Entwicklung. Die Schule bietet Kindern, Jugendlichen und junge Erwachsenen mit besonderen Lernbedürfnissen eine individuelle Förderung zur Entwicklung ihrer Fähigkeiten.

Mit dem Träger der Schule, dem Landratsamt Ostalbkreis, und der Schulleitung wurde im Vorfeld ausführlich über die Wünsche, aber auch die motorischen Einschränkungen einiger Kinder gesprochen. Schnell wurde die Planung der Spielbereiche für uns zu einem echten „Herzensprojekt“. Die Außenanlagen sollten ein Wohlfühlort für die Schülerinnen und Schüler werden, an dem sie sich an der frischen Luft bewegen und auch austoben, miteinander spielen und Gemeinsamkeit erleben dürfen, wo sie aber auch Kraft tanken, um sich wieder auf den Unterricht konzentrieren zu können. Die Herausforderung für uns war, neben dem abfallenden Gelände, die relativ große Altersspanne der Schulbesucher, denn die Geräte sollten von den Kindern der Grundschule bis zu den jungen Erwachsenen der Berufsschulstufe genutzt werden können.

Es entstanden 4 Spielbereiche: ein Sandspielplatz, ein Schaukelbereich, nebenan eine große Kletter- und Spielanlage sowie im oberen Schulhofbereich etwas separat stehend eine Rollstuhlfahrer-Schaukel.

Gleich am Eingang hinter dem Tor steht die große Multi-Schaukel mit zwei normalen Schaukelsitzen und einem großen Nestkorb, in dem die Kinder sowohl gemeinsam aber auch einzeln schwingen können. Der Schaukelbereich ist zur Wegseite und vom weiteren Spielbereich mit Sitz- und Balancierhölzern aus naturgewachsenen Eiche-Stämmen optisch und funktional abgegrenzt.

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Neben der Schaukel befindet sich das Herzstück des Schulhofs: der Kletter- und Bewegungsbereich. Zunächst war eine Spiellandschaft angedacht, an die eigentlich nur optisch ein Podest für Rollstuhlfahrer angegliedert sein sollte. Das war uns nicht genug- die Kinder im Rollstuhl sollen ihren Kameraden nicht beim Spielen zusehen, sondern Teil des Spiels sein, dabei sein, integriert sein und dafür müssen sie genauso in die Anlage hineinkommen, wie die motorisch fitten Kinder auch. Unsere Idee war dann eine Spielburg, die einerseits mit Rollstühlen und Rollatoren befahren werden kann, in der aber auch geklettert, versteckt, geturnt und balanciert werden kann.

Die ersten beiden Türme sind und mit 2 Spielebenen gebaut: die untere Spielebene ist über Rollstuhlrampen stufenlos vom Weg aus erreichbar und kann sowohl als Rundweg genutzt werden, aber durch die großzügige Dimensionierung der Türme können die Kinder andererseits mit dem Rollstuhl darin auch wenden. Damit die Kinder mehr interagieren, sind die Balancierbrücken vor den Türmen für die gehenden Kinder nur über die Rollstuhlrampen erreichbar. In den Türmen sind viele Details für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer sowie ihre Kameraden, die auf den ersten Blick nicht sofort erkennbar sind: Wenn das Sonnenlicht durch das rote oder blaue Plexiglasfenster scheint, wirft es entsprechende Schatten auf den Bodenbelag der Türme oder zaubert die bunte Farbe auf ihre Hände, wenn sie diese ins Licht halten. Das freut die Kinder ganz besonders. Ein weiterer Fensterausschnitt bietet freie Sicht auf den regen Betrieb an den Anlieferrampen des benachbarten Baumarktes. Unter dem Fenster ist ein Steuerrad montiert, das von den Kindern gerne fantasievoll für Rollenspiele genutzt wird und die halbhohe Öffnung nebenan gibt die Sicht frei auf den gesamten unteren Spielbereich Richtung Schaukel. Zwischen den Türmen befindet sich eine Murmelbahn, an deren Ende die Murmel aufgefangen und so auch von den Kindern im Rollstuhl wieder an sich genommen werden kann. Über ein Edelstahl-Rohrtelefon flüstern sie vom befestigten Ende der Spielanlage bis zum anderen Ende in der Kiesfläche. Über einen Sprossenaufstieg kommt man in die obere Turmebene. Hier sind die ersten beiden Türme über einen geschlossenen Netztunnel verbunden. Im mittleren Turm nimmt ein Absatz in der Podestebene die abfallende Topografie des Geländes auf. Von da aus krabbeln die Kinder durch eine Holzröhre in den dritten Turm, der im Kies steht und der mit einer Kletterwand, einem Sprossenaufstieg sowie einer schiefen Ebene anspruchsvolle Kletterelemente bietet. Unter der Krabbelröhre ist eine lange Reckstange für Turnübungen montiert.

Alle Türme sind mit Dächern ausgestattet, was seinerseits optisch ansprechend aussieht, andererseits aber auch funktional punktet: es entstehend Plätzchen im Schatten und durch den konstruktiven Holzschutz ist eine langlebige Nutzung der Anlage garantiert.
Der Platz wurde bis zum letzten Zentimeter voll ausgenutzt. Aufgrund des schmalen Spielbereiches wurde überall mit Sicherheitsnetzen, geschlossenen Brüstungen und geschlossenen Turmwänden gearbeitet, um Fallflächen zugunsten von Spielflächen einsparen zu können.
Der bestehende Sandspielbereich wurde mit einem neuen Sand- und Wasserspielpodest ausgestattet. Hier können die Kinder nun mit dem Sandaufzug „arbeiten“ oder das Wasser aufdrehen und in der Edelstahlwanne matschen. Eingefasst wurde dieser Bereich mit Natursteinen und darauf haben wir einen Zaun mit bunten Plexiglasstreifen passend zur Spiellandschaft installiert. Die Kinder erfreuen sich an den bunten Sandflächen, die die Sonne ihnen immer wieder aufs Neue in ihren Sandkasten zaubert.

Unterhalb des Sandspielbereiches in der Rasenfläche steht jetzt ein breiter Federwippbalken, auf dem sowohl im Stehen als auch im Sitzen gewippt werden kann- einzeln oder gemeinsam, nebeneinander oder hintereinander. Dieses Wippgerät bietet so viele Möglichkeiten.

Etwas abgelegen in einer kleinen Grünfläche, hübsch eingefasst von kleinen Sträuchern, steht die neue Rollstuhlfahrerschaukel, die v.a. für die größeren Jugendlichen gedacht ist. In ihr kann die Rollstuhlfahrerin bzw. der Rollstuhlfahrer selbst schaukeln, in dem sie / er an den Schaukelbändern zieht und so das Gerät ins Pendeln versetzt. Der Schaukelmechanismus wird sicher abgedämpft und die Schaukel ist besonders stabil und vandalismussicher gebaut. Neben der Freude an der Bewegung, regt das Schaukeln alle Sinne an und macht glücklich. Und wenn wir vor dieser Schaukel stehen, schauen wir stets in lachende Gesichter.

Von Planungsbeginn bis zur Fertigstellung waren wir alle mit Herzblut dabei und wollten mit den vorhandenen Mitteln und für die vorhandenen Flächen das Bestmögliche herausholen- den größtmöglichen Spielwert generieren, was Einzigartiges schaffen. Wenn wir sehen, wie toll die Geräte angenommen werden und wie viel Freude die Kinder damit haben, dann hat sich jede Mühe gelohnt!

Ihre Ansprech­partner

Eva-Maria Heinzmann-Kolmbach

Geschäftsführerin

Eduard Kolmbach

Geschäftsführer